Dawno mówią: gdzie Bóg, tam zgoda. Orzechowski

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Büro des Chefs vorzudringen. Eines gewissen Mario Ca-
rità (zu Deutsch: Marius Barmherzigkeit). Dieser gab zu,
dass er Papa in seiner Gewalt hatte, und fügte höhnisch
hinzu: »Signora, Sie können schwarze Kleider anziehen.
Morgen früh um sechs wird Ihr Mann im Parterre er-
schossen. Wir vergeuden keine Zeit mit Prozessen.« Se-
hen Sie, ich habe mich immer gefragt, wie ich an ihrer
Stelle reagiert hätte. Und die Antwort lautete stets: Ich
weiß es nicht. Ich weiß jedoch, wie meine Mutter rea-
gierte. Das ist bekannt. Sie blieb einen Augenblick reg-
los stehen. Tief getroffen.
Dann hob sie langsam den rechten Arm. Sie deutete
mit dem Zeigefinger auf Mario Carità und erwiderte mit
schneidender Stimme, wobei sie ihn duzte, als wäre er ihr
Lakai: »Mario Carità, morgen früh um sechs Uhr werde
ich tun, was du sagst. Ich werde schwarze Kleider anzie-
hen. Doch wenn du aus dem Bauch einer Frau gekom-
men bist, rate deiner Mutter, das Gleiche zu tun. Denn
dein Tag wird bald kommen.«
Was danach geschah, nun: Das erzähle ich ein ander-
mal. Vorerst möge es Ihnen genügen zu wissen, dass mein
Vater nicht erschossen wurde, dass Mario Carità bald
das Ende nahm, das meine Mutter ihm gewünscht hat-
te, und dass Ihr Italien nicht mein Italien ist. Nie wird
es mein Italien sein.
* * *
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Auch das arbeitsscheue, kraft
lose Italien nicht, das Ita-
lien, das unter Freiheit Zügellosigkeit versteht (»Ich-
mache-was-ich-will«). Das Italien, das keine Disziplin
bzw. Selbstdisziplin kennt und deshalb diesen Begriff
nicht mit dem Begriff der Freiheit verbindet und deshalb
nicht versteht, dass Freiheit auch Disziplin oder vielmehr
Selbstdisziplin bedeutet. Das Italien, das mein Vater auf
dem Totenbett mit diesen Worten beschrieb: »In Italien
spricht man immer von Rechten und nie von Pflichten.
In Italien tut man so, als wüsste man nicht, oder weiß
man wirklich nicht, dass jedes Recht eine Pflicht mit sich
bringt, dass der, der seine Pflicht nicht erfüllt, auch kei-
nerlei Recht verdient.« Und weiter, voller Bitterkeit: »Was
war ich doch für ein Idiot, mich so für die Italiener zu
engagieren und sogar für sie ins Gefängnis zu gehen!«
Mit diesem Italien, dem armseligen Italien, das daraus
folgt. Arm an Ehre, an Stolz, an Wissen und sogar an
Grammatikkenntnissen. Das Italien, zum Beispiel, der
berühmten Richter und berühmten Abgeordneten, die
noch nie etwas von Consecutio temporum gehört ha-
ben und deshalb bei ihren Ansprachen im Fernsehen die
grausigsten Syntaxfehler machen. (Es heißt nicht: »Wenn
ich vor zwei Jahren gewusst haben würde.« Bestien! Es
heißt: »Wenn ich vor zwei Jahren gewusst hätte.« Esel!
Es heißt nicht: »Ich glaubte, es ist.« Analphabeten! Es
heißt: »Ich glaubte, es sei.« Dummköpfe!) Das Italien der
Lehrer und Lehrerinnen, der Professoren und Professo-
rinnen, von denen ich Briefe bekomme, in denen es von
Syntaxfehlern und sogar von Rechtschreibfehlern wim-
melt. Wenn du daher einen Sekretär einstellst, der ihr
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Schüler war, fi
ndest du dann auf deinem Schreibtisch
Nachrichten wie die, die ich vor Augen habe: »Signora,
Ihre Freundin sagt, sie ist inn Chicago.« & Das Italien
der Studenten, die Mussolini mit Rossellini dem-Ehe-
mannvon-Ingrid-Bergman verwechseln. (Ja, selbst das
musste ich mit eigenen Ohren hören.) Und wenn du sie
fragst, was in Dachau und Mauthausen geschah, ant-
worten sie dir: »Da wurde Seife produziert.« (Ja, selbst
das musste ich mit eigenen Ohren hören.) Und stelle um
Gottes willen nicht ihre Kenntnis der Landesgeschich-
te auf die Probe. Frag sie bloß nicht, wer die Carbonari
waren. Denn sie antworten: »Kohlenverkäufer, was denn
sonst?« Frag sie bloß nicht, wer Silvio Pellico, Karl Albert,
Massimo d Azeglio, Federico Confalonieri, Ciro Menotti
oder Pius IX. waren, und auch nicht, wer Cavour, Vik-
tor Emanuel II. und Mazzini waren oder was das »Jun-
ge Italien« war. Denn sie sehen dich mit stumpfen Au-
gen und offenem Mund an. Höchstens erinnern sie sich
dank eines Films mit Marlon Brando daran, dass Napo-
leon, ein General, der Kaiser wurde, der Mann von Jose-
phine war. Zum Ausgleich wissen sie, wie man Drogen [ Pobierz całość w formacie PDF ]

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    Ibi patria, ibi bene. - tam (jest) ojczyzna, gdzie (jest) dobrze
    Dla cierpiÄ…cego fizycznie potrzebny jest lekarz, dla cierpiÄ…cego psychicznie - przyjaciel. Menander
    Jak gore, to już nie trza dmuchać. Prymus
    De nihilo nihil fit - z niczego nic nie powstaje.
    Dies diem doces - dzień uczy dzień.